Die Rolle der Flächenbelastung bei der Schirmwahl, vor allem bei kleinen Flügeln.
Alle Hersteller versprechen die schönsten Erlebnisse mit ihren Schirmen, weil sie das beste Handling, das beste Startverhalten, die größte passive Sicherheit bei maximaler Leistung haben. Und vor allem (aber nicht nur!) wir Frauen fragen uns auch, ob uns das Design gefällt. Aber was ist denn nun wirklich wichtig bei der Auswahl?
In all den Jahren habe ich für mich festgestellt, dass der wesentliche Wohlfühlfaktor die Flächenbelastung ist. Der folgende Artikel richtet sich also vorwiegend an die XS und S Pilotinnen, weil alle größeren Schirme sowieso mit mehr Flächenbelastung geflogen werden.

Es ist ein Riesenunterschied, ob ich einen Flügel, gerade auch in thermischen Bedingungen und bei Wind, mit 3,5 kg Flächenbelastung (oder gar noch weniger) pro m2 fliege oder mit 4 kg. Das ist gerade für leichtere PilotInnen und Piloten wichtig, um sich nicht wie das berüchtigte Fähnchen im Wind zu fühlen (Erklärungen, auch physikalische für dieses Phänomen gibt es hier >). Wenn ihr also auf der Suche seid, bezieht die Flächenbelastung unbedingt mit ein!
Damit es nicht kompliziert wird, haben wir euch eine Tabelle in den Artikel hier gepackt. Ihr müsst lediglich euer Abfluggewicht eintragen und die projezierte Fläche eures Wahlschirmes. Die findet ihr bei den Technischen Daten des Herstellers in Tabellenform meist ganz unten. Der Einfachheit halber haben wir hier Links zu den technischen Daten einiger Hersteller zusammengestellt. Du kannst mit Copy & Paste jeweils die projizierte Fläche (proj. area) der entsprechenden Größe übertragen:
Airdesign |
Supair |
Niviuk |
BGD |
Skywalk |
Advance |

Und dann sucht euch eins/zwei/drei Schirme aus, die gut passen könnten, sortiert die aus, wo ihr am äußersten unteren Rand seid. Vor allem leichte PilotInnen sollten nicht am unteren Gewichtsbereich fliegen, das verdirbt schnell den Spaß, schon bei ein bisschen Wind. Und wenn euch jemand sagt, dass die Reaktionen z.B. nach einem Klapper mit höherer Flächenbelastung viel heftiger seien, dann schaut euch mal selbst die Testprotokolle an. In der neusten Entwicklung zeigt sich nämlich oft, dass kleinere Schirme im Test im oberen Gewichtsbereich besser abschneiden, also sicherer sind oder in Testprotokollspache, weniger B's haben als die im unteren Gewichtsbereich. (Für mich ist das auch ganz einleuchtend, z.B. ein Klapper mit höherer Gewichtsbelastung öffnet auch schneller wieder.)

Sucht also unter diesem Aspekt, Flächenbelastung, Schirme aus und geht fliegen. Ich behaupte, dass Flächenbelastung wichtiger zum Wohlfühlen ist als die Klasse des Schirms. Testet sie und spürt, womit ihr euch wohlfühlt. Jede von euch kann spüren, mit was ihr euch wohlfühlt (leichteres Tuch, schwereres Tuch, hoher Steuerdruck, progressiverer Steuerdruck, Wendigkeit, Mitteilsamkeit der Kappe, Übersichtlichkeit der Leinen beim Sortieren, die Liste lässt sich noch endlos verlängern). Deswegen seid also auch vorsichtig skeptisch mit allem, was ihr erzählt bekommt über Schirme (Außer mit dem Rat bei kleinen Schirmen unbedingt auf die Flächenbelastung zu achten 😀 ).
Probiert aus und habt den Mut eurem Gefühl für »wir fliegen gut zusammen« oder nicht, zu vertrauen.
Und jetzt raus: fliegen, probieren und vor allem genießen.
(Jutta)



